Ich bin transmedialer Komponist.
Meinen Abschluss in Musik und Medien erhielt ich vor kurzem an einer deutschen Musikhochschule.
In meiner Arbeit erforsche und konzipiere ich interdisziplinäre, performative Formate (Performances, Konzerte, Veranstaltungen, Festivals und Ausstellungen).
Zurzeit arbeite ich an einem Format für den Kunstpalast Düsseldorf.

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Die „Inspirations of the Day“ zeigen Musik, Texte, Ausstellungen, Werke der Bildenden Kunst denen ich im Alltag begegne und die mich begeistern. Es ist eine Sammlung, die sich mit der Zeit füllt.

_A Symphony of Noise – Ein Film von Enrique Sánchez Lansch über Matthew Herbert [18.10.2021]
Via Deutscher Filmpreis: „Die Welt hören wie nie zuvor! Wir tauchen ein in die Klangwelten des gefeierten britischen Musikers und Klangforschers Matthew Herbert. Während der Künstler mit seinen Kompositionen aus Umweltgeräuschen die Grenzen von Klassik und elektronischer Musik sprengt, fordert er sein Publikum auf, die Ohren für den Klang der Welt zu öffnen und ihre Wahrnehmung zu verändern. Es geht ihm nicht nur um das Hören von Qualität in der Musik, sondern auch um das bewusste Hören aller Klänge um uns herum. Er konfrontiert sein Publikum mit Soundprojekten, die auf sorgsam ausgewählten realen Geräuschen basieren. Herbert stößt dabei immer auch politisch brisante Themen an und geht gern dahin, wo es wehtut. Gleichzeitig tritt er dabei erfolgreich den Beweis an, dass Musik mit Substanz, mit einem Anliegen, auch sehr gut hörbar sein kann. Er gehört zu den spannendsten zeitgenössischen Künstlern unserer Zeit.“


_Franz Erhard Walther [18.09.2021]

Via documenta archiv: „Bereits in den frühen 1960er-​Jahren hatte Franz Erhard Walther begonnen, Objekte aus Baumwollstoffen, Schaumstoff, Holz und anderen Materialien zu kreieren, die die Rezipient/innen „benutzen“ sollten, indem sie die Stoffe auffalten und/oder sich überstülpen, sich hineinlegen oder mit ihnen geometrische Formen bilden sollten. Es folgten Arbeiten, die er als „Schreit- und Standstücke“ konzipierte, um die Rezipient/innen in Prozesse einzubinden. Walther wandte sich damit gegen ein überkommenes Kunstverständnis, das „fertige“ Werke dauerhaft in Museen vorsieht, und formulierte stattdessen die Vorstellung einer immateriellen Kunst, der man partizipativ begegnet und die er mit „Handlung als Werkform“ bezeichnete.“


_I am sitting in a room [25.05.2021]

Via iamsittinginaroom:“I am sitting in a room is a sonic piece by Alvin Lucier which was first performed 1969. By recording spoken text in a room and playing back this recorded text in the same room while recording the playback again the resonance frequencies will get more dominant with each iteration.This website tries to make it possible to try out this experiment in your own environment, although transparent audio playback and capture equipment is advised as otherwise one will hear the characteristics of the equipment instead of the resonance frequencies of the room.“

Thank you Dennis Scheiba for sharing!


_Alicja Kwade - Kausalkonsequenzen [29.03.2021]

Via Langen Foundation: „Mit der Ausstellung Kausalkonsequenz zeigt die Langen Foundation eine umfassende Einzelausstellung der Künstlerin Alicja Kwade, die zu den wichtigsten bildenden Künstlerinnen ihrer Generation gehört. In intensiver Auseinandersetzung mit der klaren und Kontinuität ausstrahlenden Architektur der Langen Foundation hat die in Berlin lebende Künstlerin für diesen besonderen Ort eine Ausstellung konzipiert, die bis in das weitläufige Gelände hinein wirkt und den Übergang zwischen Innen- und Außen betont. […] Die Arbeiten Alicja Kwades basieren auf Konzepten von Raum, Zeit, Wissenschaft und Philosophie.“


_Samuel Beckett - Quadrat I + II [29.01.2021]

Via Medien Kunst Netz: „Dieses 1980 unter dem Titel »Square« geschriebene erste der minimalistischen, experimentellen Fernsehstücke, die Beckett in den 80er Jahren für den Süddeutschen Rundfunk realisierte, operiert mit dem seriellen Spiel eines Bewegungsmusters von vier Akteuren, das auch vier Soli, sechs Duos und vier Trios ermöglicht.[…] – Rudolf Frieling“


_Chiharu Shiota - I Hope @ KÖNIG GALERIE [10.01.2021]

Neue Ausstellung von Chiharu Shiota in der KÖNIG GALERIE: „[…]Unvergesslich hat sich ihr fulminanter Auftritt mit der raumausfüllenden Installation „The Key in the Hand“ im japanischen Pavillon auf der 56. Biennale in den venezianischen Giardini als einer der imponierendsten Beiträge tief in unser Gedächtnis eingeprägt. Er verhalf der japanischen Künstlerin Chiharu Shiota, die nunmehr seit zwanzig Jahren in Berlin lebt, zum internationalen Durchbruch. Schon beim Eintreten stellte sich das starke Gefühl ein, es geht hier um etwas Wesentliches, allzu Wesentliches, das die ganze Menschheit ohne Ausnahme betrifft. Über uns ein Himmel, handgewebt aus leuchtendroten Wollfäden, an denen 180.000 Metallschlüssel von überallher wie zum Greifen nahe Sterne des Lebens schweben. Darunter zwei alte, auf Trägern wie Körper ruhende Holzboote, die, von der Abwesenheit des Menschen kündend, für immer aus der Zeit gefallen sind. Daraus steigen die zu spinnenartigen Netzwerken geknoteten Fäden zum Himmel empor. Sie verbinden nicht nur die Schlüssel miteinander. Auch die Erde wird da mit dem Universum vereint. Hier so dicht verwoben, dass das Rot sich verdunkelt und dort so locker verflochten, dass Licht von oben wie ein Symbol für die Hoffnung durchscheint, erinnern die mithilfe von Fäden gezeichneten Bewegungen des blutfarbenen Wolkengespinstes an auf den Kopf gestellte Wellen. Unwillkürlich erzeugen sie Assoziationen zu Meer und Wasser als Ursprung des Lebens. Neben den Booten über den Boden wie von Bäumen gefallenes Laub verstreut, liegen Schlüssel herum, als hätten deren Eigentümer mit diesen auch einen Teil ihres Lebens verloren. Von ihrer Form her lassen die Schlüssel, welche die Schwelle zwischen Drinnen und Draußen symbolisieren, an Silhouetten menschlicher Körper mit Kopf und Fuß denken. […]“ Text: Heinz-Norbert Jocks

Chiharu Shiotai – I Hope
12 January – 28 February 2021
König Galerie Nave

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Diese Installation, die wie ein universelles Gedicht an die Dauer klingt, zeugt von einer wundersamen Stille, welche, die Schritte des Betrachters verlangsamend, diesen in eine meditative Stimmung der Reflexion über fundamentale Fragen der menschlichen Existenz, zwischen Geburt und Tod, versetzen. Wer sind wir? Woher kommen wir? Und: Wohin gehen wir? Kein Zweifel, dieser sanft unter die Haut gehenden Kunst, mit der die Performancekünstlerin an das Tor zum kollektiven Unbewussten klopft, geht die menschliche Existenz voraus. Alles, was Shiota mit liebender Zärtlichkeit und so poetisch wie in einem Traum zum Ausdruck bringt, beruht auf gelebte Erfahrungen. Leidvolle und schmerzhafte ebenso wie beglückende und hoffnungsvolle. Die tragischen Abstürze des Seins ins Nichts, das Erleben unvermeidlicher Endlichkeit sowie die unerträgliche Schwere bedrohlicher Schicksalsschläge, sind dabei ebenso Quelle wie das Schöne im Leben. Es ist, als arbeite sie an einer harmonischen Balance zwischen den extremen Seiten des Lebens. Nichts wird ausgeklammert, alles fließt mit ein und verleiht den sinnlich konzeptuellen Werken eine buchstäblich unsagbare Komplexität, bestehend aus individuellen und kollektiven Erinnerungen, die sich vor allem erfühlen und erspüren lassen.  

So auch in der jüngsten Installation mit dem Titel „I Hope“, die letztendlich an die venezianische anknüpft. Wieder hat sie Boote, ihr gemäß Ableitungen aus zwei zu einer Schale aneinandergelegten Händen, die etwas weiterreichen wollen, als Ausgangspunkt gewählt. Doch diesmal stammen sie nicht aus der Realität genutzter Objekte. Stattdessen hat sie aus Linien wie fragile Skelette anmutende Metallkonstruktionen fabriziert, wodurch die Boote zu transparenten Körpern werden. Diesmal stehen sie auf keinem festen Grund. Vielmehr ist der Bug eines Schiffes ins Senkrechte gekippt. So, als höbe es zu einer langen Reise ins Unbekannte ab. Andere Schiffe sind bereits dem noch die Erde berührenden vorausgeeilt. Die Gegenwart erweist sich hier als Übergang zu einer noch unbestimmten Zukunft. Dass die ungewisse Fahrt als Metapher für das im Zickzack zwischen Hochs und Tiefs verlaufende Leben steht, von dem wir nicht wissen, wohin es uns führt, ist evident.

Anstelle der Schlüssel, aus denen Shiota wie eine Spurensucherin die facettenreichen Geschichten von Menschen herausliest, hat sie einen Haufen von 10.000 Briefen, gedruckt auf rotem Papier, die ihr von überall her zugeschickt wurden, an rote Fäden geheftet. Diesmal bilden diese keine spinnenartigen Labyrinthe. Wie Kordeln baumeln sie geradlinig von der hohen Decke in Richtung Boden. Auch hier wird deutlich, dass die Vorstellungswelt der Künstlerin, die eine individuelle Mythologie entwickelt, die mit den diversen Weltkulturen korrespondiert, die engen Grenzen des Bewusstseins transzendiert und sich ins Kosmische vorwagt.

Wie schon in Venedig, so verlegt sie mit den roten Fäden, die an Blutgefäße und damit an deren Kreislauf erinnern, das unsichtbare Innere des Menschen nach außen ins Sichtbare. Darüber hinaus dienen die Fäden der Vernetzung von Briefen, zu denen sie Menschen beinah aus der ganzen Welt mit der Bitte ermuntert hat, ihre Hoffnungen aufzuschreiben. Das Prinzip Hoffnung hat hier wider den undurchsichtigen Zeiten, in die wir durch die Pandemie von jetzt auf gleich katapultiert wurden, das Sagen. Mehr noch, dadurch, dass Menschen, stellvertretend für alle Länder und Kulturen, an dem Werk partizipieren, ist das Werk nicht mehr das eines Einzelnen, sondern eines temporären Weltkollektivs unterschiedlicher Individuen. Es ist, als läge der hinter all ihrem Tun verborgene Sinn ihrer Kunst der Wunsch nach einer Weltgemeinschaft zugrunde, die sich mehr durch Gemeinsamkeiten als durch Unterschiede auszeichnet. Alles in allem lässt sich Shiota als Existentialistin aus dem offenen Geist der Poesie bezeichnen.

Text: Heinz-Norbert Jocks

Chiharu Shiota wurde in Osaka, Japan (1972) geboren und lebt und arbeitet in Berlin.

Indem sie sich mit grundlegenden menschlichen Anliegen wie Leben, Tod und Beziehungen auseinandersetzt, erforscht Shiota die menschliche Existenz in verschiedenen Dimensionen, indem sie eine Existenz in der Abwesenheit schafft, sei es in ihren großformatigen Fadeninstallationen, die eine Vielzahl von Alltagsgegenständen und externen Erinnerungsstücken beinhalten, oder durch ihre Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videos.

2008 erhielt sie den Art Encouragement Prize des japanischen Ministers für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie. Zu ihren Einzelausstellungen auf der ganzen Welt zählen unter anderem das Mori Art Museum, Tokio (2019); der Gropius Bau, Berlin (2019); die Art Gallery of South Australia (2018); der Yorkshire Sculpture Park, Großbritannien (2018); die Power Station of Art, Shanghai (2017); die K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (2015); die Smithsonian Institution Arthur M. Sackler Gallery, Washington DC (2014); das Museum of Art, Kochi (2013) und das National Museum of Art, Osaka (2008). Sie hat auch an zahlreichen internationalen Ausstellungen teilgenommen, wie dem Oku-Noto International Art Festival (2017), der Sydney Biennale (2016), der Echigo-Tsumari Art Triennale (2009) und der Yokohama Triennale (2001). 2015 wurde Shiota ausgewählt, Japan auf der 56. Biennale von Venedig zu vertreten.


_ Jessica Ekomane - Multivocal [10.01.2021]

Via bandcamp: „Multivocal is a polyphonic maze that unfolds to both the body and the mind. A generative take on rhythm and spacial perception, it presents the same events in different configurations.
The two pieces of the album, „Solid of Revolution“ and „Never Odd or Even“, mirror each other with the same principle in different musical scales: steady pulses with one millisecond difference in tempo start beating together, then slowly phase organically and progress into ever-changing rhythmic patterns until they finally return to unison.
Multivocal emphasizes shifts of attention in the listener’s experience and plays with the expectations that frame it. Originally conceived for quadraphonic sound, the pieces reveal the many different aspects and modes of perception that can arise within the same sequence of notes. In this way Multivocal is influenced by concepts of gestalt psychology such as multistable perception – a term describing ambiguous patterns that offer multiple interpretations at once. The minimalism and repetitive quality of the music also refers to trance-inducing and collective music practices, driven by the strong bodily affects induced through the use of rhythms.
Those two compositions were recorded live during Ars Electronica 2018 at the occasion of the sleeping event « Sonatas for Sleep/less », curated by multimedia artist Shu Lea Cheang and cultural theorist Matthew Fuller.“

https://jessicaekomane.com/


_Iannis Xenakis - Concret PH [21.12.2020]

Via Wikipedia: „Concret PH (1958) ist eine Tonbandkomposition von Iannis Xenakis, entstanden für den Philips-Pavillon der Weltausstellung 1958 in Brüssel. – Dieses „Poème électronique“ genannte Gesamtkunstwerk aus Architektur, Licht, Film und Musik war von Le Corbusier entwickelt worden, Edgar Varèse komponierte die Tonbandmusik dazu, Xenakis war als Assistent von Le Corbusier Architekturbüro mit der Realisation beauftragt. In der etwa achtminütigen, automatisch ablaufende Show ertönte die Musik aus Hunderten von räumlich angeordneten Lautsprechern vor etwa 500 Zuschauern. Für die Zeit dazwischen, in der das Publikum das Gebäude verließ und neue Zuschauer hereinkamen, komponierte Xenakis Concret PH mit einer Dauer von zweieinhalb Minuten.“

Xenakis: „Beginne mit einem Klang aus vielen Partikeln, dann lass ihn unhörbar sich ändern, wachsen und sich entwickeln, bis ein vollkommen neuer Klang herauskommt… Dieser Ansatz war eine Trotzreaktion auf die übliche Art, mit konkreten Klängen zu arbeiten. Die meiste Musique concrète, die bis Concret PH produziert worden war, ist voller abrupter Änderungen und kontrastierender Teile ohne Übergänge. Dazu kam es, weil die verwendeten Originalaufnahmen aus einem Block von einer Art von Klang bestanden, dann einem Block von einer anderen, und nicht darüber hinauswiesen. Ich [aber] suche extrem reiche Klänge – viele hohe Obertöne, die andauern, aber mit ständiger Änderung und klanglicher Vielfalt. Daneben erforsche ich den Bereich extrem leiser Klänge, die ich hoch verstärke. Normalerweise nehme ich keine elektronische Veränderung des Originalklangs vor, weil ein Verfahren wie das Filtern den klanglichen Reichtum vermindert.“ – Xenakis im Programmheft und im Begleittext der Nonesuch-Aufnahme H-71246[1]


_Joachim Ringelnatz - An M. [05.12.2020]

„Der du meine Wege mit mir gehst, 
Jede Laune meiner Wimper spürst, 
Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst – 
Weißt du wohl, wie heiß du mich oft rührst?

Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. 
Meine Liebe wird mich überdauern 
Und in fremden Kleidern dir begegnen 
Und dich segnen.

Lebe, lache gut! 
Mache deine Sache gut!“


_Yoko Ono im Met - Zusammen träumen [09.11.2020]

Via Monopol: „Träumen kann man auch auf Abstand. Und da sich die New Yorker Künstlerin Yoko Ono schon immer mit der Gemeinschaft im Geiste beschäftigt, ist es passend, dass das Metropolitan Museum in New York nach fast sechs Monaten Schließzeit mit zwei Yoko-Ono-Bannern an der Fassade wiedereröffnet. „Dream“ und „Together“ steht in schwarzer Schrift auf den beiden weißen Flächen.“Wenn wir zusammen träumen, schaffen wir eine neue Realität“, sagt Yoko Ono über ihre neue Arbeit, die während des Corona-Lockdowns entstanden ist. „Die Welt leidet schrecklich, aber wir sind zusammen, auch wenn das manchmal schwer zu erkennen ist, und unserer einziger Weg durch diese Krise ist die Gemeinschaft.““


_Kali Melone - The Sacrificial Code [22.09.2020]

Via FACT: „Stockholm-based artist and organ tuner Kali Malone has debuted on iDEAL Recordings June 28. (2019) with a new album, The Sacrificial Code. The album sees Malone developing the experimental techniques she used to record last year’s magnificent Organ Dirges 2016 – 2017 (which we included in our list of the best albums of 2018), featuring a series of slow, emotive drone pieces for organ. Recorded using carefully placed close microphones, the compositions are presented without the big room reverberations usually associated with the instrument.“


_Concierto para el bioceno [24.06.2020]

Via br: „Das Konzert zur Wiedereröffnung der Oper „El Liceu“ von Barcelona nach dem dreimonatigen Ausnahmezustand in Spanien dürfte in die Geschichte eingehen: Am 22. Juni spielte das Streicherquartett UceLi Quartet Puccinis „Crisantemi“ vor vollem Haus. Nur waren diesmal keine Menschen, sondern 2.292 Topfplanzen im Saal.
Die Idee zur der Performance „Concierto para el bioceno“, dem Konzert für das Biozän, kam dem 62-jährigen Künstler Eugenio Ampudia während der Zeit des Shutdowns, in der er eine neue Verbindung zur Natur aufgebaut habe. Die Pflanzen wurden anschließend an die Mitarbeiter*innen des Krankenhauses Hospital Clínic de Barcelona als Dankeschön für ihren Einsatz während der Krise verteilt.“


_zusammen Walden - ein Schwarmhörbuch [09.06.2020]

Via zusammen-walden: „An die 500 Menschen sind der Einladung des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gefolgt, ZUSAMMEN zu WALDEN. Sie haben eine Seite von Thoreaus „Walden“ eingesprochen um Teil eines großen Ganzen zu werden. Aus dem vielstimmigen Material der Mitmachenden haben Andreas Ammer, Driftmachine und Acid Pauli ein Schwarmhörspiel realisiert, das Sie in Gänze oder in den 26 einzelnen Kapiteln hier anhören und herunterladen können.“


_weused.to - shared reflections on the COVID-19 pandemic [26.05.2020]

Via weused.to: „WeUsedTo is an invitation to share reflections on the COVID-19 pandemic experience. Feel free to explore, to share, and to add your own perspective.
WeUsedTo is created by online participants and conceptualized by Studio Olafur Eliasson, Berlin (SOE), and Interacting Minds Centre, Aarhus University (IMC) with Alan Woo and Daniel Massey. It is part of the research collaboration Experimenting (www.eer.info/activities/we-used-to), Experiencing, Reflecting, funded by the Carlsberg Foundation.“


_Masse - Brandt Brauer Frick interaktives Musikvideo [30.04.2020]

Brandt Brauer Frick im Gespräch mit TV Noir: „Die Idee für das Video basiert auf einem Konzept für ein Konzert, das wir in Zukunft so aufführen möchten. Alle zehn Musiker unseres Ensembles sind in verschiedenen Räumen verteilt und man kann als Zuschauer in die verschiedenen Ebenen der Musik eintauchen, aber auch das gesamte Spektrum aller Instrumente gleichzeitig erleben.“


_Max Frisch Fragebogen XI [24.03.2020]

Via Suhrkamp: „Max Frischs legendäre Sammlung von elf Fragebogen zu existentiellen Themen wie Freundschaft, Ehe, Heimat oder Humor wird hier in einer erweiterten Fassung vorgelegt: Hinzu kommen drei neue Fragebogen aus dem Nachlass von Max Frisch zu Moral, Alkohol und Technik. Auch diese ebenso erhellenden wie amüsanten Fragebogen laden durch die Intensität der Fragestellungen dazu ein, über sich selbst nachzudenken und mit anderen ins Gespräch zu kommen.“

„XI
1. Haben Sie Angst vor dem Tod und seit welchem Lebensjahr?
2. Was tun Sie dagegen?
3. Haben Sie keine Angst vor dem Tod (weil Sie materialistisch denken, weil Sie nicht materialistisch denken), aber Angst vor dem Sterben?
4. Möchten Sie unsterblich sein?
5. Haben Sie schon einmal gemeint, dass Sie sterben, und was ist Ihnen dabei eingefallen:
a. was Sie hinterlassen? b.die Weltlage?
c. eine Landschaft?
d. dass alles eitel war?
e. was ohne Sie nie zustandekommen wird?
f. die Unordnung in den Schubladen?
6. Wovor haben Sie mehr Angst: dass Sie auf dem Totenbett jemand beschimpfen könnten, der es nicht verdient, oder dass Sie allen verzeihen, die es nicht verdienen?
7. Wenn wieder ein Bekannter gestorben ist: überrascht es Sie, wie selbstverständlich es Ihnen ist, dass die andern sterben? Und wenn nicht: haben Sie dann das Gefühl, dass er Ihnen etwas voraushat, oder fühlen Sie sich überlegen?
8. Möchten Sie wissen, wie Sterben ist?
9. Wenn Sie sich unter bestimmten Umständen schon einmal den Tod gewünscht haben und wenn es nicht dazu gekommen ist: finden Sie dann, dass Sie sich geirrt haben, d. h. schätzen Sie infolgedessen die Umstände anders ein?
10. Wem gönnen Sie manchmal Ihren eigenen Tod?
11. Wenn Sie gerade keine Angst haben vor dem Sterben: weil Ihnen dieses Leben gerade lästig ist oder weil Sie gerade den Augenblick genießen?
12. Was stört Sie an Begräbnissen?
13. Wenn Sie jemand bemitleidet oder gehasst haben und zur Kenntnis nehmen, dass er verstorben ist: was machen Sie mit Ihrem bisherigen Hass auf seine Person beziehungsweise mit Ihrem Mitleid?
14. Haben Sie Freunde unter den Toten?
15. Wenn Sie einen toten Menschen sehen: haben Sie dann den Eindruck, dass Sie diesen Menschen gekannt haben?
16. Haben Sie schon Tote geküsst?
17. Wenn Sie nicht allgemein an Tod denken, sondern an Ihren persönlichen Tod: sind Sie jeweils erschüttert, d. h. tun Sie sich selbst leid oder denken Sie an Personen, die Ihnen nach Ihrem Hinschied leidtun?
18. Möchten Sie lieber mit Bewusstsein sterben oder überrascht werden von einem fallenden Ziegel, von einem Herzschlag, von einer Explosion usw.?
19. Wissen Sie, wo Sie begraben sein möchten?
20. Wenn der Atem aussetzt und der Arzt es bestätigt: sind Sie sicher, dass man in diesem Augenblick keine Träume mehr hat?
21. Welche Qualen ziehen Sie dem Tod vor?
22. Wenn Sie an ein Reich der Toten (Hades) glauben: beruhigt Sie die Vorstellung, dass wir uns alle wiedersehen auf Ewigkeit, oder haben Sie deshalb Angst vor dem Tod?
23. Können Sie sich ein leichtes Sterben denken?
24. Wenn Sie jemand lieben: warum möchten Sie nicht der überlebende Teil sein, sondern das Leid dem andern überlassen?
25. Wieso weinen die Sterbenden nie?“


_Vögel von Wajdi Mouawad (2019, Schauspiel Köln) [20.02.2020]

Via Schauspiel Köln: „Im Lesesaal einer Universitätsbibliothek an der amerikanischen Ostküste treffen Wahida und Eitan aufeinander. Der junge Biogenetiker mit jüdischen Wurzeln verliebt sich Hals über Kopf in die arabischstämmige Doktorandin aus New York. Für Eitans religiös-fanatischen Vater ist die Beziehung inakzeptabel. Doch Eitan kämpft gegen das schwere Erbe seiner Vorfahr*innen an: »Unseren Genen ist unser Dasein egal. Die Traumata deines Vaters stehen in deinen Chromosomen nicht geschrieben.« Auf einer Forschungsreise wird Eitan bei einem Bombenanschlag an der israelisch-jordanischen Grenzeschwer verletzt.Während er im Krankenhaus liegt, spürt Wahida seine Großmutter auf. So kommen drei Generationen aus drei Kontinenten an Eitans Krankenbett zusammen, dem gut behüteten Geheimnis der Großeltern droht die Entlarvung. Der kanadisch-libanesische Autor Wajdi Mouawad verknüpft die Aufarbeitung komplexer Familienverhältnisse über kulturelle und genetische Abstammung mit dem Nahost-Konflikt. Zwischen Utopie und Verzweiflung zeichnet er die Wünsche und Ängste der in den Westen emigrierten Figuren nach. Eine moderne Version von ROMEO UND JULIA, auf Hebräisch, Arabisch, Englisch und Deutsch erzählt. Nach seiner preisgekrönten Inszenierung VERBRENNUNGEN nimmt sich Stefan Bachmann zum zweiten Mal einem Stoff von Wajdi Mouawad an.“ 


_Ästhetik des Performativen (2004) von Erika Fischer-Lichte [16.02.2020]

Via Suhrkamp: „Spätestens seit den 60er Jahren lassen sich zeitgenössische Kunstwerke nicht mehr in den Begriffen herkömmlicher Ästhetiken erfassen. Anstatt „Werke“ zu schaffen, bringen die Künstler zunehmend Ereignisse hervor, die in ihrem Vollzug die alten ästhetischen Relationen von Subjekt und Objekt, von Material- und Zeichenstatus außer Kraft setzen. Um diese Entwicklung nachvollziehbar zu machen, entwickelt Erika Fischer-Lichte in ihrer grundlegenden Studie eine Ästhetik des Performativen, die den Begriff der Aufführung in den Mittelpunkt stellt. Dieser umfaßt die Eigenschaften der leiblichen Kopräsenz von Akteuren und Zuschauern, der performativen Hervorbringung von Materialität sowie der Emergenz von Bedeutung und mündet in eine Bestimmung der Aufführung als Ereignis. Die Aufhebung der Trennung von Kunst und Leben, welche die neueren Ausdrucksformen anstreben, wird hier ästhetisch auf den Begriff gebracht.“