Ich bin transmedialer Komponist.
Meinen Abschluss in Musik und Medien erhielt ich vor kurzem an einer deutschen Musikhochschule.
In meiner Arbeit erforsche und konzipiere ich interdisziplinäre, performative Formate (Performances, Konzerte, Veranstaltungen, Festivals und Ausstellungen).
Zurzeit arbeite ich an einem Format für den Kunstpalast Düsseldorf.

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_Neues Düsseldorfer Modell (NDM) [ab 2019]

Die Vorgaben der Komposition beschränken sich auf das Bereitstellen von musikalischen Pattern (Muster), die in beliebigen Folgen und Kombinationen gespielt werden können. 

Wie kann ich Gemeinschaft und Individualität gleichzeitig erfahren? 
Wo ist Rücksicht angebracht?
Wann wird Individualität zu einem Problem?

Die Musikerinnen und Musiker des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr bewegen sich auf markierten Wegen auf der Piazza im K21. Diese Wege werden durch Linien am Boden vorgegeben, auf denen die Laufrichtung individuell gewählt werden kann. Notenpulte mit Auszügen der Komposition stehen im Raum verteilt. Die Musikerinnen und Musiker entscheiden sich während der Performance ohne Vorgabe für unterschiedliche Notenpulte und spielen die darauf liegenden musikalischen Pattern. Auch das Publikum kann sich frei im Raum bewegen und die Hörpositionen variieren. Inspiration und Ausgangspunkt für die 24 kombinierbaren Pattern sind die Dienstgradabzeichen der Bundeswehr

NDM ist eine aleatorische Performance, die einen erweiterten individuellen Entscheidungsraum, die bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Stimme und die Begegnung mit den Zuschauer*innen eröffnet.

> Konzeption + Komposition 

Further informations

„Neues Düsseldorfer Modell“ wurde für den deutschen Musikhochschulwettbewerb D-bü 2020 nominiert

Veranstaltungsorte
Cragg Foundation
Skulpturenpark Waldfrieden
Hirschstraße 12
42285 Wuppertal
24. November 2020
In der Ausstellung Sean Scully, „INSIDEOUTSIDE“

Kunstsammlung NRW
K21 – Piazza  
Ständehausstr. 1
40217 Düsseldorf
9. Oktober 2019 
16:30 h / 17:30 h / 18:30 h 
Im Rahmen der Konzertreihe „Sonify“, kuratiert von Phillip Schulze, anlässlich der Ausstellung  „Carsten Nicolai. Parallax Symmetry“, 28.9.2019 – 19.1.2020

Komposition
mit Patrick Arnold, Philipp Reimann 

In der Komposition NDM orientieren sich die musikalischen Pattern an den Dienstgradabzeichen (Symbole) der Bundeswehr. Patrick Arnold, Philipp Reimann und Vincent Stange entwickelten ein Konzept, mit dem die grafischen Abzeichen in Musik übersetzt werden. 

Die Dienstgrade sind in fünf Gruppen unterteilt: Mannschaften, Unteroffiziere (mit u. ohne Portepee), Offiziere, Stabsoffiziere (Hauptleute u. Leutnante) und Generale. Diese Gruppen sind fünf musikalischen Kategorien zugeordnet: Rhythmik, Harmonik, Melodik, Dynamik und Improvisation. Die Kategorien bauen aufeinander auf, sodass die letzte Gruppe der Generale alle musikalischen Parameter beinhaltet.

Die Dienstgradgruppe Mannschaft ist der Rhythmik zugeteilt. Das Abzeichen des Oberstabsgefreiten zeigt beispielsweise fünf diagonalen Balken, zusammengefasst in eine Dreier- und Zweiergruppe. Diese sind in einen dementsprechenden Rhythmus im 6/8 Takt aus drei und zwei Achtelnoten übersetzt. 

Die Dienstgradgruppe der Unteroffiziere wird in die Kategorie Harmonik übertragen. Hier beziehen sich die Pattern immer auf die Intervallstruktur der Obertonreihe. 

Die Kategorie Melodik leitet sich von den Abzeichen der Offiziere ab. Alle Offiziersabgrade zeigen im Abzeichen einen oder mehrere Sterne. Je höher der Offiziersgrad ist, desto mehr Sterne sind im Abzeichen abgebildet. Das Sternsymbol wird in ein atonales Motiv übersetzt. Das musikalische „Stern“-Motiv wird nach oben transponiert wiederholt und zwar immer so häufig, wie der Sterne im jeweiligen Abzeichen auftaucht. 

Im Abzeichen der Stabsoffiziere und Generale befindet sich ein halbkreisförmiges Eichenlaub. Dieses ist durch einen musikalisch dynamischen Verlauf verklanglicht. 

Die Kategorie Improvisation ist der Gruppe der Generale zugewiesen. Es werden Noten mit einer Anweisung vorgegeben, mit der die Interpret*innen frei umgehen und improvisieren können. In der Gruppe der Generale wurde weniger das Abzeichen als Grafik, als die Stärke der Befehlsfreiheit berücksichtig. 

Ensemble
Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr

Die Musikerinnen und Musiker des Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr bekom- men ihre musikalische Ausbildung an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Die Ausbildung dauert vier Jahre. Unterrichtet werden Blas-, Schlag- und Percus- sioninstrumente sowie Keyboard, da all diese Instrumentengruppen und Instrumente in einem modernen sinfonischen Blasorchester Verwendung finden. Die Ausbildung schließt mit der Feldwebelprüfung musikfachlicher Teil und ist der Abschluss für den professionellen Militärmusiker, um nachfolgend in einem Musikkorps der Bundeswehr als Orchestermusiker in der Feldwebellaufbahn eingesetzt zu werden.