Ich bin transmedialer Komponist.
Meinen Abschluss in Musik und Medien erhielt ich vor kurzem an einer deutschen Musikhochschule.
In meiner Arbeit erforsche und konzipiere ich interdisziplinäre, performative Formate (Performances, Konzerte, Veranstaltungen, Festivals und Ausstellungen).
Zurzeit arbeite ich an einem Format für den Kunstpalast Düsseldorf.

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_Schnittmodell [2020]

Die Komposition „Schnittmodell“ nutzt architektonische Merkmale der St. Antonius Kirche in Oberkassel, um diese in ein begehbares Klangobjekt zu verwandeln. Die Gebäudemaße der dreischiffigen Basilika werden in 19 Schnitten sonifiziert (verklanglicht). Der Kirchenbau wurde an 19 Stellen geschnitten, sodass an 19 Positionen im Raum individuelle Kombinationen aus Länge, Höhe und Breite der Kirche entstehen. Die architektonischen Maße sind Schallwellenlängen gleichgesetzt und werden in die jeweils passende Frequenz übersetzt. Die Frequenzen wurden auf den Tonumfang der Orgeln skaliert. Die Kirche verfügt über drei Orgeln (Emporenorgel, Chororgel, Fernwerk), die mit SINUA-Einzeltonansteuerung über einen PC ferngesteuert werden können. Die 20-minütige Komposition wird ohne Interpret*in präsentiert. Das Publikum kann sich frei im Raum bewegen und wechselnde Klangperspektiven einnehmen.

> Komposition

Further information


2. Oktober 2020 | 19.30 Uhr | St. Antonius [Uraufführung]
3. Oktober 2020 | 10-15 und 17-19 Uhr | St. Antonius

St. Antonius [Düsseldorf Oberkassel] 
Friesenstraße 81, 40545 Düsseldorf

Konzept in Zusammenarbeit mit Nathalie Brum

Die Komposition entstand im Rahmen des IDO-Festivals und wurde von der Kunststiftung NRW gefördert.

Presse


Via RP-Online [Rheinische Post, 04.10.2020 ]:

„St. Antonius zum Klingen bringen – von Claus Clemens

Nathalie Brum und Vincent Stange führen ihre Komposition „Schnittmodel“ beim Düsseldorfer Orgelfestival auf. Es soll die Kommunikation zwischen Mensch und Raum ermöglichen.

Mit einem Gebäude ins Gespräch zu kommen, ist naturgemäß keine einfache Angelegenheit. Wer sich dabei an einem Sakralbau versucht, kann zumindest auf transzendentale Impulse der geweihten Steine hoffen. Nathalie Brum und Vincent Stange gingen die Sache freilich mit wissenschaftlicher Strenge an. Mit gleich drei Orgeln bot sich die Oberkasseler Kirche St.Antonius als besonders geeignet an, eine Kommunikation zwischen Raum und Mensch zu ermöglichen. Die dreiteilige Orgelanlage besteht aus einer Chororgel in der Nähe des Seitenaltars und einer großen Orgel auf der Empore, sowie einem Fernwerk oberhalb der Vierungskuppel.

Nathalie Brum ist Architektin und Performerin experimenteller Musik. Eines ihrer Themen ist die Verwandlung von Störgeräuschen in musikalischen Klang. Vincent Stange arbeitet als tansmedialer Komponist. Seine experimentellen, offenen Formate streben an, dem Hörer mehr zu bieten als ein rein klangliches Erlebnis. Anlässlich des Düsseldorfer Orgelfestivals IDO haben die Beiden ihre Komposition „Schnittmodell“ am Barbarossaplatz vorgestellt.

Am Freitagabend noch war ihr Werk in den Rahmen eines herkömmlichen Orgelkonzerts eingebunden. Am Samstag dann hatten die Besucher tagsüber die Möglichkeit, beim Hören der 20-minütigen Orgelperformance ihr eigenes Erleben zu testen. Die Kirche wurde hierbei zu einem begehbaren Klangobjekt. Pünktlich zur vollen Stunde setzte ein raumgreifendes Brummen ein, ein Wummern langer Töne, unmelodiös. Eine Art Tiefenerkundung als Endlager für Orgelklängen-Abfall.

Im Gespräch mit den Autoren erfuhr man: Es sind drei Töne, die Länge, Breite und Höhe der dreischiffigen neoromanischen Basilika verklanglichten. Die Gebäudemaße wurden in Schallwellenlängen übersetzt und in die jeweils passende Frequenz übersetzt. Die errechneten Hertz-Werte lagen allerdings unter den Dunkeltönen einer Orgel, so dass hier digital angepasst werden musste. Das erstellte Endprodukt präsentierte sich ferngesteuert, ohne einen Interpreten. Nathalie Brum und Vincent Stange wollten das genau so: „Die St.Antonius-Kirche spielt selbst ihre eigene Orgel und führt so durch ihre baulichen Gegebenheiten.““